20.4.2012: Landminen im Südsudan - ein Bericht aus Juba über nationale Initiativen
Juba (Sudan Tribune). Der Bürgerkrieg im Gebiet des heutigen Südsudan wird noch lange deutlich sichtbar sein. Viele Menschen im Land sind für ihr Leben gezeichnet: ihnen fehlen Gliedmaßen. Auch Gatluak Kual verlor im Bürgerkrieg ein Bein, als er auf eine Landmine trat.
Nach Friedensschluß und Staatsgründung versuchen die Menschen im Südsudan nach vorne zu blicken. So wie Kual, der im August letzten Jahres die Südsudanesische Vereinigung für Rollstuhl-Basketball (South Sudan Wheelchair Basketball Association - SSWBA) gründete und nun ihr Vorsitzender ist. Die Vereinigung propagiert den Sport im Land. Ein schönes Zeichen der Normalisierung.
Aber unendlich viel ist noch im Südsudan zu tun: Am Internationalen Tag zur Aufklärung über Minengefahren und zur Unterstützung bei Antiminenprogrammen engagierte sich Kual mit anderen und appellierte an die Regierung des Südsudan und an Entwicklungspartner, der Vereinigung und ihren Mitgliedern und generell der gesamten Minenproblematik im Land mehr Unterstützung zu geben.
An einer Veranstaltung in Juba warnte der Leiter der Southern Sudan Mine Action Authority (SSMAA, Jurkuch Barach Jurkuch, vor der großen Gefahr durch Landminen in der Region und führte aus, dass Eastern Equatoria der am schlimmsten betroffene Bundesstaat sei.
"Wir haben nach wie vor viel Arbeit vor uns, gerade auch ihinsichtlich derAufklärung über die Gefahren, die von Landminen ausgehen. Unsere Bevölkerung muss sensibilisiert werden über diese Risiken.", sagte Jurkuch bei einer Veranstaltung in einer Schule in Juba. Er forderte die Regierung und die Entwicklungspartner auf, die Entminung zügig weiterzuführen, sodass der Südsudan bald eine minenfreie Nation wird.
Das Minenaktionsprogramm umfasst alle zehn Bundestaaten des Südsudan. Der Fokus der Arbeit liegt aber auf den sieben Bundesstaaten, die am stärksten von Landminen und Blindgängern betroffen sind: Eastern Equatoria, Central Equatoria, Jonglei, Upper Nile, Unity, Western Bahr El Ghazal and Warrap states.
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