Bürgerkrieg im Sudan
Die Wurzeln des Bürgerkrieges im größten Staat Afrikas, der seit der Unabhängigkeit des Sudan 1956 immer wieder aufflammt, reichen bis an den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück; durch aktuelle wirtschaftliche Interessenskonflikte wird er immer wieder angeheizt.
Der Zwist zwischen dem muslimischen Norden und dem animistischen und christlichen Süden ist nicht nur ein Kampf der Religionen und Ethnien; neben der klassischen Auseinandersetzung zwischen den (arabischen) Eroberern und den unterdrückten (schwarzafrikanischen) Völkern – ein Verhältnis, das sich bis heute feststellen lässt – spielen auch wirtschaftliche Interessen (v.a. das Streben nach Kontrolle über die Erdölfelder im Süden) eine bedeutende Rolle.
Seit 2002 ist ein Friedensprozess im Gang, der hoffen lässt, dass sich nicht nur die Beziehungen zwischen den Landesteilen normalisieren: die durch den lang anhaltenden Bürgerkrieg weitgehend zerstörte Wirtschaft muss wieder aufgebaut werden; derzeit ist die Bevölkerung noch auf internationale Nahrungshilfe angewiesen – und das in einem Land, in dem der Anteil der Landwirtschaft am BIP fast 40% ausmacht.
Die internationale Sofort-Hilfe, die Friedensbemühungen der UNO und die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung werden durch Landminen massiv behindert, die beide Seiten gelegt haben: die Regierung im Bestreben, ihre Stützpunkte zu sichern und die Bewegungsfreiheit der Angreifer zu reduzieren; die Rebellen wiederum, um das Vorwärtsstreben der Regierungstruppen zu unterbinden und diese in den Städten festzuhalten – ein klassischer Guerilla-Krieg.
Die Auffindung und Beseitigung dieser zerstörerischen Kriegsrelikte ist eine wichtige Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden und eine Entwicklung der Wirtschaft, die allen Bevölkerungsgruppen zugute kommt!