Frequently Asked Questions
Macht das Minenräumen überhaupt Sinn, wenn die Konflikte in den betroffenen Regionen immer wieder aufflammen und eben geräumte Gebiete neuerlich vermint werden?
Natürlich versucht man, die Stabilität der politischen Lage in einer Region abzuschätzen, bevor man mit einem Entminungsprojekt beginnt; – schon zum Schutz jener Menschen, die vor Ort tätig sind. Leider ist das nicht immer ganz einfach und es kommt auch zu Irrtümern.
Andererseits ist jede unentdeckte, scharfe Mine eine Gefahr für die Zivilbevölkerung, die meist an den Konflikten keinen oder nur einen marginalen Anteil hat. Folglich bedeutet jeder geräumte Quadratmeter auf jeden Fall eine enorme Verbesserung der Lebensqualität für diese Menschen: sie können etwa ihre verlassenen Häuser wieder beziehen, ihre Felder wieder bewirtschaften, Kinder können die Schule wieder besuchen usw.
Warum überlässt man das Entminen nicht einfach Robotern? Dann müssten nicht so viele Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen!
Maschinelle Entminung ist bereits teilweise möglich; leider aber noch nicht immer und überall: zu viele technische Schwierigkeiten gilt es zu lösen.
Derzeit werden von UNO und EU Riesensummen für die Entwicklung moderner Minendetektions- und Minenräumtechnologie eingesetzt. Aber vielfach kann menschliche Arbeitskraft immer noch nicht ersetzt werden. Leider bietet das im Grunde begrüßenswerte Vorantreiben dieser Forschung auch Rüstungsfirmen die Möglichkeit, von der Entwicklung der Entminungstechnologie ebenfalls zu profitieren.
Auch Universitätsinstitute – wie etwa das Institut für Robotik der TU-Wien arbeiten an sinnvollen Lösungen; leider sind bis zur Serienreife von Prof. Kopaceks „Roboterschwärmen“ noch viele technische Probleme zu lösen!
Sind die vielfach hohen Kosten der Spendenaufrufe überhaupt zu rechtfertigen?
Entminungsarbeiten und Opferhilfe kosten Geld – Geld, das wir irgendwie auftreiben müssen. Unsere Spendenaufrufe sind nicht gratis, aber der Reingewinn ermöglicht es uns doch, in konkreten Fällen zu helfen: und wenn uns dann etwa ein Mail aus Laos erreicht, aus dem klar wird, wie groß die Verbesserungen für das medizinische Personal, vor allem aber für die verletzten Menschen sind, die schon mit einigen Tausend Euro erreicht werden können, dann sehen wir uns in dieser Überzeugung bestätigt.
Wir freuen uns, wenn wir an der Freude der Menschen in Silvathurai teilhaben können, wo die Kinder bald wieder ungefährdet in die Schule gehen können und sind stolz, wenn der Beitrag von GGL-A zu diesem Freudentag bei der feierlichen Eröffnung gewürdigt wird.
Es gibt doch speziell für das Auffinden von Sprengstoff trainierte Suchhunde; können sie nicht die gefährliche Aufgabe übernehmen, nach Minen zu suchen?
Hunde werden bereits vielfach und mit Erfolg bei der Suche nach Minen eingesetzt; leider stoßen auch sie dabei vielfach an ihre Grenzen:
Das Erschnüffeln von z. T. winzigen Sprengstoffmengen unter nicht immer optimalen Bedingungen ist Schwerarbeit für die Tiere; nach 20 – 30 Minuten Arbeit brauchen die Tiere eine Ruhepause.
Sind die Voraussetzungen (Luftfeuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Temperatur etc.) ungünstig, so können Hunde manchmal den Sprengstoff gar nicht riechen – die Forschungen zu diesen Problemen laufen noch.
In manchen Ländern können Hunde auch aus klimatischen Gründen nicht oder nur schwer arbeiten, z.B. weil sie für Tropenkrankheiten anfällig sind.
In jüngster Zeit gibt es erfolgversprechende Ansätze mit anderen Tieren wie z. B. Riesenhamsterratten oder Bienen.
