Interview mit Generose Busi, Minenräumerin
Generose Busi, zweifache Mutter, ist Minenräumerin. Sie gehört zu einem der beiden Schnelleinsatz-Teams, die im Kongo gegen Minen kämpfen.
Ihre Arbeit ist gefährlich. Warum tut sie das?
Generose: Ich will mithelfen, dieses Land aus der Erstarrung zu befreien. Ich will, dass meine Kinder wieder ein normales Leben führen können. Dass sie wieder die Schule besuchen, einen Beruf lernen. Ich will nicht immer Angst haben müssen, dass ich meine Söhne nie wieder sehe, weil sie einen falschen Schritt machen...
Sie waren vor dem Krieg Lehrerin. Warum haben Sie Ihren Beruf aufgegeben?
Generose: Die Schule, in der ich als Lehrerin unterrichtet habe, wurde im Krieg vollkommen zerstört. Ich habe nicht nur meine Arbeit verloren, sondern auch mein Haus, meinen Mann. Mein 14jähriger Sohn hat in diesem Krieg gekämpft. Auch die Jahre mit ihm habe ich verloren. Ich kann nicht einfach so in mein altes Leben zurück.
Wie ist Ihre Arbeit als Minenräumerin?
Generose: Sehr aufreibend. Nicht wegen der körperlichen Anstrengung. Das lange Knien, den ganzen Tag über am Boden, macht mir nichts aus. Sondern wegen der enormen Konzentration und der Anspannung, vor jeder Bewegung genau zu überlegen.
Haben Sie Angst vor der Gefahr?
Generose: Nein, ich nehme die Gefahren gern in Kauf, damit meine Kinder in ihrem Land wieder sicher leben können. Ich tue es für ihre Zukunft.
