Wissen Sie wie eine Mine ausschaut? Rund oder eckig? Groß oder klein? Was würden Sie machen, wenn Sie eine sehen? Aufheben? Eingraben? Antworten auf diese Fragen gibt die Minen-Risiko-Aufklärung, die GGL in u. a. Burma ermöglicht. Denn auch in verminten Gebieten wissen die Menschen nicht, was ihnen den Tod bringen kann!
Die Karen sind eine von der Militärregierung verfolgte, 7 Millionen Menschen zählende ethnische Minderheit in Myanmar/Burma. Ihr Wohngebiet ist vermint.
Unsere Hilfe für Karen startete im Juni 2008 (zur Burma-Seite). Wir schickten Trainer in die Dschungeldörfer, damit sie Kinder und Erwachsene über die Gefahren aufklären, die Landminen in sich tragen. Sie zeigten ihnen auch, wie sie in vermintem Gebiet sicher und unverletzt überleben können.
Denn Minen töten, verstümmeln und vernichten. Sie zerstören Hoffnungen und die Existenzen ganzer Familien.
Bei dieser wichtigen Arbeit folgen wir zwei Strategien:
Die erste richtet sich direkt an die gesamte Bevölkerung betroffener Dörfer: Ausgebildete Aufklärer ziehen von Dorf zu Dorf und bringen Kindern und Erwachsenen die Regeln im Umgang mit Minen sowie wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen bei. Sie erklären in einfachen Worten und am Beispiel von Bildmaterial, wie die Minen aussehen und welche Gefahr einem Menschen droht, wenn eine Mine explodiert. Vor allem für die Kinder ist es wichtig zu wissen, dass scheinbar achtlos weggeworfene Alltagsgegenstände auch hochexplosive Minen sein können.
Die zweite besteht in der umfassenden Ausbildung von „Minenschutzbeauftragten“. Diese ist für ausgewählte junge Menschen vorgesehen, die bereit sind, sich mit dieser Materie intensiv zu befassen und die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Dorf zu übernehmen. Diese Schulung dauert sechs Tage und vermittelt detailliertes Wissen über Minen, Unfallvermeidung und Erste Hilfe. Zusätzlich lernen die Jugendlichen, wie das verdächtigte Gebiet nach Minen abgesucht wird und – falls Minen gefunden werden – wie sie markiert und gesichert werden können.
Besonders wichtig ist immer zu betonen, dass die Entschärfung von Minen nur von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden darf!
Beide Arten von Schulung werden von nur wenigen, spezialisierten Trainern durchgeführt, die ihre Aufgabe in den entlegenen Dörfern der Karen erfüllen. Sie sind wochenlang von Dorf zu Dorf zu Fuß unterwegs und bewegen sich dabei täglich im verminten Gebiet.
Alles was sie zum Leben und für den Unterricht brauchen, müssen sie selbst tragen. Bei Regen oder bei brennender Sonne durchwandern sie den Dschungel und übernachten in den Hängematten - nur mit Moskitonetzen als „Dach“ über dem Kopf.
Derzeit ist GGL die einzige NGO, die sich in den Karen-Dörfern der schwierigen Aufgabe der Minen-Risiko-Aufklärung stellt.
Denn das Volk der Karen braucht unsere Hilfe.



