7.1.2012: Trotz internationaler Ächtung von Landminen kam es 2011 wiederum zu einem Anstieg der Verwendung
Ein trauriger Anstieg im vergangenen Jahr: Nach einem Rückgang in den Vorjahren - von 2009 bis Mitte 2010 verlegten nur in Burma reguläre Truppen Landminen - kam es 2011 wieder zu einem vermehrten Einsatz. Nach offiziellen Angaben wurden demnach 2011 in Israel, Syrien und Libyen Landminen ausgelegt.
Dieser Anstieg der Verwendung von Antipersonenminen ist für die betroffene Zivilbevölkerung verheerend und steht im Widerspruch zu den Richtlinien des Ottawa-Abkommens. Auch ohne aktuellen Konflikt bedrohen Antipersonenminen Menschen in mehr als 83 Ländern, denn sie können noch Jahrzehnte nach einem Konflikt explosiv sein. Weltweit kommt alle 20 Minuten ein Mensch zu Schaden. Die jährliche Opferbilanz wird pro Jahr mit mehr als 26.000 registrierten Fällen angegeben, zusätzlich einer hohen Dunkelziffer aufgrund schwieriger politischer Verhältnisse in betroffenen Regionen. Mit 75% sind in der Mehrzahl Zivilpersonen betroffen (s. dazu auch Minenproblematik).
Die Ottawa-Konvention über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, der Herstellung und der Weitergabe von Antipersonenminen ist ein völkerrechtlicher Vertrag zur Ächtung von Landminen. Es wurde am 3./4. Dezember 1997 in Ottawa (Kanada) von 125 Staaten unterzeichnet und trat am 23. Juli 1998 in Kraft. Die Konvention schreibt den Staaten, die das Abkommen ratifiziert haben, die Vernichtung von Lagerbeständen innerhalb von vier Jahren, die Räumung minenverseuchter Gebiete innerhalb von zehn Jahren sowie die Bereitstellung finanzieller Mittel für die Minenopferhilfe vor.
