Was hilft es, wenn das Minenproblem in Österreich thematisiert wird?
Das ist eine der Fragen, die ich häufig zu hören bekomme, wenn ich versuche zu erklären, dass auch die Aufklärung der Öffentlichkeit in Österreich zu den Aufgaben von GGL gehört.
Was bringt es, dieses grauenvolle Thema in UNSEREN Schulen zu behandeln - außer wegen der grauenvollen Bilder und Vorstellungen geschockte SchülerInnen?
Um diese Fragen zu beantworten, müsste man eigentlich weit ausholen: von der Verantwortung sprechen, die wir in der 1. Welt gegenüber jenen Menschen haben, zu deren schlechten Lebensbedingungen unser Luxus beiträgt; oder davon, dass Österreichischs Politiker sehr wohl außenpolitische Möglichkeiten haben, dieses immer wieder verdrängte Problem einem internationalen Lösungsversuch näher zu bringen - dies aber erfahrungsgemäß nur dann tun, wenn sie den Eindruck haben, dass es innenpolitisch opportun ist. - usw.
Um die Sache abzukürzen, drängt sich ein Vergleich auf:
Das „Wohlstands”gefälle zwischen den Ländern der sogenannten ersten und dritten Welt wird seit mehreren Jahren im Unterricht thematisiert (Gott sei Dank!) und man kann davon ausgehen, dass sich zumindest die kommenden Generationen zunehmend bewusst sein werden, dass gerade ihre Genüsse und Luxusgüter (Schokolade, Tee, Kaffee, usw.) zulasten der Bevölkerung ärmerer Länder produziert werden. - Ein Prozess der letztendlich zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der einzelnen, betroffenen Menschen und in einer Entspannung des Verhältnisses zwischen den Ländern führen wird.
Aber zu den Lebensbedingungen der Menschen (und gerade auch der Kinder!) in vielen Ländern der 3. Welt gehören nicht nur lange Arbeitszeiten unter unmenschlichen Bedingungen für Löhne, von denen von denen man kaum leben kann; nicht nur Hunger, Dürre und Seuchen:
In den (ehemaligen) Krisenregionen (mit Ausnahme des ehemaligen Jugoslawien vor allem der „3. Welt”) müssen die Menschen zusätzlich noch mit der Gefahr leben, dass Landminen, die oft noch Jahre nach dem Ende eines politischen Konfliktes im Erdboden bleiben - scharf und unvermindert gefährlich - ihr tägliches Handeln bedrohen. Während die Industrien reicher Länder am Verkauf und oft sogar die gleichen Firmen auch an der Beseitigung der Minen verdienen, müssen die Menschen in den betroffenen Ländern gleich dreimal dafür zahlen: für den Ankauf, die Folgen der Unfälle und (wenn ihnen das überhaupt möglich ist) für die Beseitigung der Minen.
Erdbeben, Hungersnöte oder Tsunamis lösen (zu recht) Wellen der Hilfsbereitschaft aus; hinter diesen erschreckenden Katastrophen geraten aber leider jahrelang unveränderte Bedrohungen wie etwa die Landminen in Vergessenheit...
