Heute wurde der jüngste Jahresbericht der mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) veröffentlicht. Laut dem Landmine Monitor 2017 haben vor allem die bewaffneten Konflikte in Afghanistan, Libyen, der Ukraine und im Jemen im zweiten Jahr in Folge zu einer außergewöhnlich hohen Opferzahl geführt.

2016 wurden demnach 8.605 Menschen Opfer von Landminen und improvisierten Sprengsätzen, die wie Minen wirken, Blindgängern von Streubomben sowie anderen explosiven Kriegsresten. Unter den gemeldeten Opferzahlen sind 2.089 Tote zu beklagen. Da gerade aus Konfliktregionen präzise Daten schwer zu erhalten sind, ist von einer noch höheren Opferzahl auszugehen.

Die meisten Opfer gab es 2016 in aktuellen Konfliktregionen. Doch auch Jahrzehnte nach einem Konflikt bleiben Landminen und explosive Kriegsrelikte lebensgefährlich. Mit 78 % sind die Mehrzahl der Opfer Zivilisten, fast die Hälfte (42 %) davon Kinder.

Bereits im Jahr 2015 gab es einen massiven Anstieg der Opferzahlen. Das Jahr 2016 brachte eine weitere Steigerung und verzeichnete die höchste Anzahl an Opfern seit 1999 (9.228), mit der höchsten Anzahl an minderjährigen Opfern und der höchsten Anzahl an Opfern durch improvisierte Minen.

Mit Projekten in Afghanistan, Burma und der Ukraine hilft GGL in besonders schwer betroffenen Ländern.

Landmine Monitor 2017 auf www.the-monitor.org (PDF, in Englisch)