PROJEKTLAND BURMA

Projektdauer: seit 2008
Projektpartner: KDHW

Hilfe für das Volk der Karen

48 lange Jahre hielt die burmesische Militärregierung das ganze Land in Angst und Schrecken. Brutale Gewalt und systematische Verletzungen der Menschenrechte standen auf der Tagesordnung. Hauptziel der Repressionen waren die ethnischen Minderheiten, die ca. 30 % der Landesbevölkerung ausmachen.

Ihre Siedlungsgebiete sind reich an Ressourcen: Bodenschätze, kostbare Hölzer, Wasser. Die Menschen wurden aus ihren Dörfern vertrieben und flohen in den Dschungel oder über die Grenze nach Thailand. Um sie an der Rückkehr zu hindern, wurden ihre Dörfer, Pfade und Felder zerstört und vermint.

Die Minderheit der Karen im Osten Burmas war besonders stark betroffen. Ihr angestammter Lebensraum gilt als eines der am stärksten verminten Gebiete weltweit.

Seit 2010 schreitet in Burma der Demokratisierungsprozess voran. 2012 unterzeichneten die Karen einen Waffenstillstand. Seitdem haben sich die Lebensbedingungen deutlich verbessert. Doch Landminen und die explosiven Reste der bewaffneten Kämpfe haben kein Ablaufdatum! Sie bedrohen nach wie vor die Sicherheit der Zivilbevölkerung.

In dem von der burmesischen Regierung bis vor Kurzem unterdrückten und jetzt völlig unterentwickelten Karen State gibt es bis heute so gut wie kein staatliches Gesundheitswesen. Deshalb baute das Karen Department for Health and Welfare (KDHW) als Teil der Exilregierung der Karen in den vergangenen Jahrzehnten Schritt für Schritt eine Gesundheitsversorgung auf.

Über die Jahre wurden 37 Dschungelkliniken (Mobile Health Clinics) aufgebaut, welche die Bevölkerung mit zum Teil einfachsten Mitteln und selbst geschulten HelferInnen in einem großen Radius rund um die Kliniken versorgt. Sie dienen dem KDHW auch als Stützpunkte, um von dort Programme gegen z. B. Malaria, Tuberkulose oder Unterernährung von Kindern durchzuführen. Eines dieser Programme widmet sich der Minenrisiko-Aufklärung.

Bis alle Minen und Blindgänger im dicht bewaldeten Land der Karen geräumt sind, wird noch viel Zeit vergehen. In der Zwischenzeit können nur solche Minenrisiko-Schulungen Kinder und Erwachsene vor tödlichen Unfällen bewahren. Seit 2008 finanziert GGL die Minenrisiko-Aufklärung in der Region Bleet Daweh im stark verminten Süden Burmas und einen eigenen Stützpunkt für die Vorbereitung der Kampagnen.

Seit 2010  hilft GGL burmesischen Minenopfern rasch und unbürokratisch mit dem dafür eingerichteten GGL-Notfalltopf. So finanzieren wir z. B. Reise- und Aufenthaltskosten in einer Klinik für das Opfer und seine Begleitperson oder zahlen Überbrückungshilfen für das erste Jahr nach dem Unfall aus.

In den Jahren 2015 – 2017 übernahm GGL zusätzlich die Finanzierung der Minenrisiko-Aufklärung in der Region Central und des Hauptstützpunktes der Minenrisiko-Aufklärer des KDHW. Auch finanzierte GGL mehrere Jahre die lokale Produktion von Minenwarntafeln und deren Verteilung im gesamten Siedlungsgebiet der Karen.