PROJEKTLAND IRAK

Projektdauer: unbegrenzt

Individuelle Hilfe für Minenopfer – rasch und unbürokratisch

Der Bedarf ist groß! Durchschnittlich kommen jeden Tag zwölf Menschen bei einem Minenunfall zu Schaden. Da viele Minenunfälle nicht gemeldet werden, sind die tatsächlichen Opferzahlen vermutlich wesentlich höher.

Ein Minenunfall hat meist verheerende Konsequenzen für die soziale und wirtschaftliche Stellung des Minenopfers und seiner Familie. Der Verlust eines Angehörigen, schwerste Verletzungen, Amputationen, geringeres Einkommen, hohe Gesundheits- und Rehabilitationskosten, hoher Betreuungsbedarf oder Ausgrenzung in der Gesellschaft können die Folgen sein. Witwen und Waisen von Minenopfern müssen ihr Leben häufig ohne jegliche Unterstützung fristen. Sie sind überproportional oft von Hunger und völliger Verarmung bedroht.

Kinder und Jugendliche sind durch Landminen besonders gefährdet. Ihre Pflichten im Haushalt – Tiere hüten, Wasser holen oder Brennholz sammeln – sowie das Spielen im Freien bringen sie immer wieder auf gefährliches Terrain. Seit 2005 macht diese Gruppe konstant fast die Hälfte der jährlichen zivilen Minenopfer aus, wobei zu rund 75 % Buben betroffen sind. Durch ihre geringe Körpergröße sind die Verletzungen bei Kindern deutlich schwerer als bei einem Erwachsenen. Überleben Kinder einen Minenunfall, so haben sie in der Regel einen erhöhten Pflegebedarf. So benötigen Kinder nach einer Amputation aufgrund ihres Wachstums regelmäßig neue Prothesen und häufig auch Nachoperationen am Stumpf.

Weltweit geht man von über 500.000 Minenopfern aus, die durch eine Behinderung lebenslange Unterstützung benötigen. Der Großteil der Betroffenen lebt in den ärmsten Ländern der Welt. In vielen dieser Länder fehlt eine langfristige Hilfestellung für Minenopfer, z.B. durch Rehabilitation oder Sozialhilfe. Selbst einfachste Prothesen sind schwer zu erhalten. Auch spezielle Wiedereingliederungsmaßnahmen für Minenopfer sind selten.