Die „Mauer der Schande” ist mit rund 2.700 km das längste Minenfeld der Welt und liegt in der Westsahara, die zu den zehn weltweit am dichtesten verminten Gebieten zählt. In der Wüste liegen Millionen Minen, Streubomben und Blindgänger, die von der Witterung immer weiter getragen werden.

Woher all diese Minen stammen?

Im Jahr 1976 annektierte Marokko die ehemalige spanische Kolonie, was den Beginn eines blutigen Konflikts zwischen Marokko und der Befreiungsbewegung Frente Polisario zur Folge hatte.

Zwar herrscht seit 1991 ein offizieller Waffenstillstand, allerdings müssen noch immer mehr als 150.000 Sahrauis unter schwierigsten Bedingungen in Flüchtlingslagern in der westalgerischen Wüste leben. Laut UN-Mission MINURSO wurden von der marokkanischen Armee zwischen einer und zwei Millionen Minen verlegt, um den sogenannten Berm abzusichern. Die „Mauer der Schande” ist ein von Marokko errichteter und stark befestigter Sandwall, der die Westsahara teilt, um die sahrauischen Flüchtlinge an der Heimkehr zu hindern.

Im Rahmen bilateraler Verhandlungen unterzeichneten Marokko und die Polisario Anfang 1999 ein Militärabkommen, das beide Parteien verpflichtet, unter der Aufsicht von MINURSO-BeobachterInnen zusammenzuarbeiten und Informationen über die Lage von Minenfeldern auszutauschen, verminte Gebiete zu kennzeichnen und Räumung und Vernichtung von Landminen und Blindgängern zu forcieren.  Sowohl im Norden als auch im Süden der Westsahara sind stark verminte Regionen bestätigt. Die Gesamtfläche wurde Ende 2014 vom Landminen-Monitor mit 260 km2 angegeben. Dabei stellen nicht nur Landminen, sondern auch die explosiven Reste der intensiv von marokkanischer Seite zum Einsatz gekommenen Streubomben eine großes Gefahr dar.

Durch ihre nomadische Lebensweise sind die Sahrauis besonders gefährdet und in ihrem Leben eingeschränkt. Um sie und Reisende durch die Westsahara zu schützen, hat Gemeinsam gegen Landminen 2016 den Austausch völlig verrosteter und unleserlich gewordener Schilder durch neue, wetterbeständige Minenwarntafeln finanziert.

Es ist ein von der Weltöffentlichkeit weitgehend vergessener Konflikt und jene Sahrauis, die in den besetzten Gebieten blieben, sind auch heute ständigen Repressalien ausgesetzt.

Die marokkanische Okkupation der Westsahara verstößt gegen einen bindenden Entscheid des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag und unzählige UN-Resolutionen, die das Recht auf Selbstbestimmung für die Sahrauis bestätigt haben.