Afghanistan

Afghanistan: Erfolge, die Hoffnung schenken

Afghanistan ist trotz internationaler Bemühungen, das Land von Minen und anderen Sprengstoffen zu säubern, eines der am stärksten verminten Länder der Welt. Seit 2015 unterstützt GGL die Arbeit unseres Projektpartners FSD in der Region Darwaz im äußersten Nordosten Afghanistans. Einer unserer gemeinsamen Arbeitsschwerpunkte ist dabei die Minenopferhilfe.

Selbst die abgelegene Region Darwaz blieb von der COVID-19 Pandemie nicht verschont. Da Darwaz nur vom Nachbarland Taschikistan aus erreichbar ist, war die Arbeit der FSD-Teams durch Grenzschließungen monatelang stark eingeschränkt. Dies hatte ein vorrübergehendes Aussetzen der Entminungsarbeiten zur Folge.

Auch konnten von März bis Anfang September 2020 keine Befragungen der Betroffenen durchgeführt werden, um die konkreten Bedürfnisse der Überlebenden und ihrer Familien zu ermitteln.  Dennoch haben die mutigen Entminer_innen und andere Teammitglieder von FSD in Afghanistan nicht aufgegeben! Sobald es die nationalen Regelungen wieder zuließen, setzten sie ihre lebensrettende Arbeit fort!

Trotz der pandemiebedingten Herausforderungen wurden 2020 folgende konkrete Ziele erreicht:

  • Zwei gemischtgeschlechtliche Teams der Minenopferhilfe wurden eingestellt und geschult.
  • Bei der ersten, durch die Teams der Minenopferhilfe durchgeführten Erhebung wurden bisher im Projektgebiet 88 Überlebende von Minen-/ERW-Unfällen identifiziert. Diese Umfrage hat auch die Voraussetzungen für die Durchführung von Anpassungsarbeiten an Häusern und öffentlichen Plätzen geschaffen, die den Opfern zugutekommen und eine bessere Integration in ihre lokalen Gemeinden ermöglichen wird.
  • Auf Basis der Erhebung wurden detaillierte Betreuungspläne für 16 Überlebende von Minenunfällen erstellt, die im kommenden Jahr umgesetzt werden und dem erweiterten medizinischen Bedarf der Betroffenen, wie z. B. Prothesen und den Transport zur Prothesenwerkstatt, Rechnung tragen.
  • Für Überlebende von Minen-/ERW-Unfällen, die aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 im Winter 2020/21 als besonders ernährungsgefährdet galten, wurden Nahrungsmittelnothilfen bereitgestellt. So konnten mehr als 50 Haushalte mit dem Nötigsten für den Winter – etwa mit Reis, Öl, Mehl und Salz – versorgt werden.

Diese Erfolge setzen die beachtliche Arbeit von FSD aus dem Jahr 2019 fort: Bis Ende 2019 wurden in der entlegenen Bergregion mehr als 470.000 m2 ehemaliger Kampfgebiete und 2.350.000 m2 Minenfelder geräumt, wobei insgesamt über 29.000 Landminen und mehr als 12.300 ERW vernichtet wurden.

Das von GGL unterstützte Hilfsprojekt erreichte über 100 Minenopfer und ihre Familien. Die Unterstützungsleistungen reichten von Soforthilfen in Form von Medikamentenpaketen, Krücken oder Rollstühlen über den Zugang zu medizinischer Behandlung bis hin zur Unterstützung bei der Gründung kleiner Unternehmen. 11.875 Personen konnten 2019 mit Minenrisiko-Schulungen erreicht werden, vornehmlich Kinder, die am stärksten von Minenunfällen bedroht sind.

Vielen Dank an die zahlreichen GGL-Unterstützerinnen und Unterstützer, die durch ihre Spende diese wichtige Arbeit erst möglich machen! Mit diesem Dank verbinden wir die Bitte: Unterstützen Sie dieses wichtige Projekt auch weiterhin! Jeder Beitrag zählt!